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              Was ist Yoga
                       

 

 

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen wie Asanas, Pranayama, Meditation oder Askese umfasst. Der Begriff Yoga (Sanskrit, m., योग, yoga, von yuga „Joch“, yui für: „zusammenbinden, anspannen, anschirren, anjochen“) wird heute übersetzt als „Vereinigung“ oder „Integration“.
                   

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                                    Yoga Zubehör             

 

   
Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, alle mit ihrer eigenen Philosophie und Praxis. In Westeuropa und Nordamerika denkt man bei dem Begriff Yoga aufgrund deren Popularität oft nur an die körperlichen Übungen, die Asanas oder Yogasanas genannt werden.

Einige
meditative Formen von Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere konzentrieren sich eher auf körperliche Übungen und Positionen (die Asanas) oder beschränken sich eher auf Askese. Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yoga-Sutra formuliert, doch auch die Bhagavad Gita
enthält grundlegende Weisheiten zum Yoga.
                
      

                                       Yogakissen , Meditationskissen  "Sadsana" mit Bezug

                         

   


 
Geschichte des Yoga

In den klassischen indischen Schriften werden 4 Yogawege beschrieben:Raja Yoga (auch Ashtanga Yoga genannt. Achtgliedriger Yoga nach Patanjali) Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis, intellektuelle Richtung) Karma Yoga (Yoga der Tat, des selbstlosen Handelns) Bhakti Yoga (Yoga der Verehrung/Hingabe)

Vom Ursprung her war Yoga vermutlich ein rein
spiritueller Weg, und es ging vor allem um Erleuchtung durch Meditation. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit, und ihr primäres Ziel war zunächst, den Körper so zu kräftigen und zu mobilisieren, dass er mühelos und beschwerdefrei über einen längeren Zeitraum im Meditationssitz verweilen konnte. Mit der Zeit wurde immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen erkannt. So wurden die Asanas immer weiter entwickelt, und die körperliche Arbeit im Yoga bekam einen immer höheren Stellenwert (vor allem im Westen). Die eher körperbetonten Yoga-Arten werden unter dem Oberbegriff Hatha Yoga
zusammengefasst. Einen ersten Niederschlag fand diese Entwicklung in der „Hatha Yoga Pradipika“ - dem ältesten erhaltenen Text zum Hatha Yoga. Der Hatha Yoga gilt als Vorstufe/Vorbereitung zum Raja Yoga
                                     

   
 

 Yoga Philosophie

Damit Yoga mehr ist, als reine Körperertüchtigung, ist eine Auseinandersetzung mit den philosophischen Grundlagen unerlässlich. Da Yoga ursprünglich aus Indien stammt, liegen die Wurzeln der Yoga-Philosophie im Hinduismus und Buddhismus. Neben dem Yoga Sutra des Patanjali ist die Bhagavad Gita einer der wichtigsten Quelltexte des Yoga. Die Bhagavad Gita ist ein Text, der dem praktizierenden Yogi für das Verständnis des Yoga wichtige philosophisch-religiöse Erkenntnisse vermitteln kann. Er enthält ethische Unterweisungen, die z.B. die Yamas und Niyamas verdeutlichen. In dem Text geht es u.a. um Karma (Ursache und Wirkung), Reinkarnation, Meditation, Selbstverwirklichung und Gotteserkenntnis. Es gibt auch viele bildhafte Beispiele (die Verwandten, die Arjuna bekämpfen soll, als Sinnbild für die Kleshas, die der Yogi bekämpfen muss). Darüber hinaus enthält die Bhagavad Gita klare und direkte Anweisungen für den Yogi.

Ein sehr gutes Beispiel ist das 6. Kapitel, in dem es um die Versenkung (
Dhyana) geht. In Vers 8 heißt es:

yogi yunjita satatam atmanam rahasi sthitah – ekaki yatachittama nirashir aparigraha. „Der Yogi soll beständig sich mühen in der
Einsamkeit – Allein, bezähmend Sinn und Selbst, nichts hoffend, ohne Besitz“.

Vers 11 dieses Kapitels enthält dann direkte Anweisungen für die Sitzhaltung und sogar die passende Sitzunterlage. In Vers 12 heißt es: „Den Geist auf einen Punkt gerichtet, zügelnd Denken, Sinne und Tun – sich setzend auf den Sitz übe er
Andacht zur Reinigung seiner selbst“. Vers 13: „Gleichmäßig Körper, Nacken, Haupt unbewegt haltend bleib er fest – Schauend auf seine Nasenspitze, nicht blick er hier und dorthin aus“. In Vers 33/34 gibt Arjuna dann zu bedenken, dass der Geist ungefähr so schwer zu zügeln sei, wie der Wind, und Krishna antwortet ihm, dass man den Geist durch Anstrengung und Entsagung zwingen kann. Arjuna fragt, was denn mit jenen sei, die sich nicht zähmen können, aber gläubig sind, ob die denn auf immer verloren seien. Krishna tröstet ihn mit dem Hinweis auf die Reinkarnation, die dem Menschen weitere Chancen gebe, Samadhi zu erreichen.

Auch das 5. Kapitel enthält Anweisungen, die sich direkt auf Yoga beziehen. So z.B. Vers 27: „Sich lösend von der Außenwelt, starr auf die Nasenwurzel schauend - Den Hauch und Aushauch (Ein-/Ausatmung) regelnd gleich, die durch der Nase Innres gehen“. Vers 28 schließt an: „Zügelnd die Sinne, Herz und Geist, ganz der
Erlösung
zugewandt - Befreit von Wünschen, Furcht und Zorn, so ist für immer er erlöst
                                      

  
      

                                               Yogakissen , Meditationskissen  "Vajra" mit Bezug

    Yoga und Gesundheit

Grundsätzlich hat Yoga einige positive Effekte sowohl auf die physische als auch auf die psychische Gesundheit. Auch kann Yoga unter Umständen zu einer Linderung bei verschiedensten Krankheitsbildern führen, etwa bei Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, nervösen Beschwerden, chronischen Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen.
Der Nutzen von Yoga bei Krankheit oder zur Erhaltung der Gesundheit wird unterschiedlich bewertet und wird selbst unter den verschiedenen Yogarichtungen unterschiedlich gewichtet. Zum Teil wird er lediglich als eine Begleiterscheinung angesehen oder er ist manchmal auch zentraler Punkt der Herangehensweise. Dabei spielt die Art der Reflexion über den persönlichen Standort im sozialen Geschehen eine wichtige Rolle. Für detaillierte Informationen zu den physischen und psychischen Wirkungen siehe den Hauptartikel
Yoga und Gesundheit

                                     
 

        

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Yoga Arten

Die Unterschiede der einzelnen Arten sind teilweise fließend.
Viele Yogis empfehlen, Yoga ganzheitlich zu betrachten und empfehlen daher das Üben in allen Yoga-Arten.

Hatha Yoga

(Sanskrit, m., हठ योग, haha yoga, von hatha Kraft, Hartnäckigkeit, Unterdrückung, Gewalt) ist eine Form des Yoga, bei der das so genannte 'Gleichgewicht zwischen Körper und Geist' vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Hatha bedeutet Gewalt oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist um das eigentliche Ziel zu erreichen. Weiter wird es als Ausdruck der Einheit einander Entgegengesetzter Energien (heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, Sonne und Mond) gedeutet.

Der Begriff Hatha Yoga wurde in der Hatha Yoga Pradipika verwendet, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort wurde er gebraucht, um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlichen Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Hatha Yoga wird hier als Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga bezeichnet.

Hatha Yoga war anfänglich zur Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert, erfreute sich jedoch rasch großer Beliebtheit und wurde schon bald als eigenständige Yoga-Form betrachtet. Wenn man heutzutage im westlichen Kulturkreis von Yoga spricht, so meint man meist Hatha Yoga.

       

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Iyengar Yoga

 Iyengar-Yoga ist eine Yogarichtung, die von B.K.S. Iyengar, geboren 1918, entwickelt wurde. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Übungspraxis erforschte er jede einzelne Yogahaltung (Asana) in Bezug auf die korrekte Ausrichtung und Wirkung. Die Erfahrungen, die er mit seinem eigenen Körper machte, brachten Iyengar dazu, Hilfsmittel zu benutzen oder auch neu zu entwickeln, so genannte Probs wie rutschfeste Matten, Gurte, Klötze, Polster, Rückenbänke. Die Probs ermöglichen den Yoga-Übenden, auch schwierigere Asanas einzunehmen bzw. einfach erscheinende Asanas genauer wahrzunehmen. Dementsprechend ist Iyengar-Yoga für sportliche Menschen genauso interessant wie für an Einschränkungen leidende Menschen. Letzteren hilft die Yoga-Therapie bei körperlichen wie auch psychischen Problemen. Die anspruchsvolle Asana-Praxis wird zusammen mit dem notwendigen philosophischen und anatomischen Wissen in einer 3-jährigen Ausbildung zum zertifizierten Iyengar-Yoga-Lehrer ermittelt.

Typisch für den kraftvollen und fordernden, aber achtsamen Unterricht im Iyengar-Yoga sind drei Aspekte:

1.   Technik – das in der körperlichen Ausrichtung sehr genaue Arbeiten sowie das gelegentliche Üben mit Hilfsmitteln wie Gurten, Stühlen und Blöcken. Diese erleichtern oder intensivieren die detailgenaue Praxis.

2.   Dauer – wie lange bleibt der einzelne Teilnehmer in der Haltung, damit sich eine sowohl dehnende und kräftigende wie auch biochemische, psycho-mentale Wirkung entfaltet.

3.   Sequenz – welche Asanas passen zu den äußeren (z.B. Wetter, Tageszeit) und inneren Bedingungen (nervlicher und körperlicher Zustand der Teilnehmer).

Die Kombination von Technik, Dauer und Sequenz führt zu einer tiefen Durchdringung des Körpers bis ins Zentrum des Seins. Geübte Praktizierende erleben Asanas als eine Art der Meditation. B.K.S. Iyengar sagt: "Asana ist meditation in action."

           

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Ashtanga Yoga oder Power Yoga

Ashtanga Yoga ist eine sehr Körperbetonte Art des Yogas. Die teils sehr schwierigen Übungen werden in rascher Folge aber in Harmonie mit dem Atem durchgeführt. Man unterscheidet verschiedene Schwierigkeitsstufen. Die Übungsfolgen werden von Stufe zu Stufe schwieriger.

Power Yoga ist eine freie Art des Ashtanga Yoga und in den USA sehr populär. Hierbei ist man nicht an eine freie Übungsfolge gebunden.

        

Karma Yoga

(Sanskrit, m., कर्मयोग, karmayoga) oder karmamarga ist im Hinduismus der 'Yoga der Tat' und bedeutet ein Handeln, ohne Anhaftung an seine Taten. Karma Yoga wird oft auch als Yoga des selbstlosen Dienstes verstanden. Der Pfad der Werke strebt danach, jegliche menschliche Aktivität an den erhabenen Willen hinzugeben. Er beginnt mit der Absage an alle ichhaften Zwecke unerer Werke, an alles Unternehmen einer Handlung aus ichhaftem Interesse oder um eines weltlichen Resultats willen. Gelassenheit, Verzicht auf alles Verlangen nach der Frucht unseres Wirkens und ein Handeln, das als Opfer dem Erhabenen Herrn unserer Natur und der gesamten Natur dargebracht wird; das sind die drei grundlegenden Zugänge zu Gott auf dem Weg des Karma Yoga der Gita. Er ist einer der drei empfohlenen Wege (marga) zur Erlösung (Moksha), welche die Überlieferungen der Hindus aufzeigen.

In der Bhagavadgita (II.48) etwa lehrt Krishna, für Hindus der Menschgewordene Gott: Gib die Anhänglichkeit auf, o Arjuna, und vollbringe, im Yoga gefestigt, deine Werke. Sei gleichmütig gegen Erfolg und Misserfolg. Gleichmut wird Yoga genannt. Im 3.Kapitel heißt es weiter: Für den Besinnlichen gibt es den Pfad der Erkenntnis, für den Tätigen den Weg der selbstlosen Tat. Niemand wird vollkommen dadurch, dass er der Arbeit entsagt. Niemand kann dem Tun entsagen, jeden zwingen dazu unausweichlich die Gunas. Deshalb musst du jede Tat vollziehen als eine Darbringung an Gott und frei sein von aller Bindung an die Ergebnisse.

            

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Jnana Yoga

(Sanskrit, m., ज्ञानयोग, jñānayoga, Yoga des Wissens), auch Jnanamarga, "Weg des Wissens" genannt, ist das Streben nach Erkenntnis der letzten Wahrheit um Erlösung (Moksha) vom Kreislauf der Wiedergeburten zu erlangen. Nach hinduistischem Verständnis ist die Wurzel von allem Übel Avidya, das „Nichtwissen“, und dieses wiederum die Ursache für die Wiedergeburt. Nicht theoretische Gelehrsamkeit und Anhäufung von Einzelwissen ist das Ziel, sondern Weisheit. Das Mahabharata beschreibt den Unterschied bildlich: „Wer nicht erkennt, sondern nur vieles gehört hat, kann den Sinn der Schriften nicht verstehen, so wie ein Löffel nichts vom Geschmack der Suppe weiß“

Nach dem Advaita, der vorherrschenden hinduistischen Philosophie, ist dieses Wissen stets vorhanden, es braucht nicht erworben, sondern nur enthüllt zu werden.

Das Wort Jnana, Erkenntnis, ist verwandt mit dem griechischen Begriff Gnosis mit derselben Bedeutung.

 

Praxis

Im Idealfall unterteilt sich die Praxis eines Jnana Yogi in drei - sich in Zyklen abwechselnde - Phasen.

  • Shravana bedeutet zuhören und meint Unterricht im Beisein (Satsang) eines Lehrers (Guru), der dem Schüler das wesentliche Verständnis auf individuelle Weise näher bringt.
  • Manana bedeutet Reflexion und dient der Verinnerlichung des aufgenommen Wissens.
  • Nididhyasana bedeutet ernsthafte anhaltende Meditation. Das soll dem Schüler ein praktisches Verständnis geben und ihn zur Erkenntnis führen.

 

Die Mittel

Das Vorgehen des Schülers, das zu seiner Erlösung führt, wird durch die „vier Mittel der Erlösung“ (Sadhana Chatushtaya), die aufeinander aufbauen, beschrieben.

  • Viveka -- Unterscheidung zwischen Realität - das was unveränderlich ist - (Brahman) und Illusion - das was vergänglich ist - (Maya)
  • Vairagya -- Gleichgültigkeit gegenüber weltlichen Dingen (u.a. Überwindung niederer Triebe), Loslösung von dem, was als vergänglich erkannt wurde.
  • Shad-sampat -- Die sechs Tugenden: Sama (Geisteskontrolle), Dama (Sinneskontrolle), Uparati (Entsagung von schädlichen Handlungen), Titiksha (Ausdauer), Shraddha (Glaube), Samadhana - (innere Sammlung, Eins-gerichtetheit des Geistes) helfen dabei Loslösung und Unterscheidung zu erreichen.
  • Mumukshutva -- der intensive Wunsch zur Befreiung und Erkenntnis, ist die treibende Kraft. Es ist der letzte Wunsch, der alle anderen Wünsche ersetzt, aber letztlich auch aufgegeben werden muss, um Befreiung zu erreichen.

Die Wahrheit wird durch die vier Mahavakyas (große Sprüche), die die Quintessenz der Upanishaden sind ausgedrückt:

1.   Tat tvam asi - Du bist DAS - Brahman - die Realität. (Chandogya Upanishad 6.8.7, Samaveda, Kaivalya Upanishad)

2.   Aham brahmasmi - Ich bin Brahman (Brihadaranyaka Upanishad 1.4.10, Yajurveda, Mahanarayana Upanishad)

3.   Ayam atma brahma - Das individuelle Selbst (Atman) und die Weltseele (Brahman) sind eins (Mandukya Upanishad 1.2, Atharvaveda)

4.   Prajnanam brahman - Bewusstsein ist Brahman (Aitareya Upanishad 3.3, des Rigveda)

Ein weiteres Mittel des Jnana Yoga ist Neti, neti (Na iti, na iti), was soviel heißt wie Nicht das, nicht dies. Alles was benannt oder durch den Intellekt verstanden werden kann, ist per Definition nicht Brahman, da dieses nie Objekt sondern immer nur Subjekt sein kann. Wenn alle Bewusstseinsobjekte ausgeschlossen wurden, bleibt nur noch das übrig das nicht benannt werden kann - die unveränderliche Wahrheit, das Brahman.

In der Bhagavad Gita wird Jnana-Yoga beschrieben und wird im Vergleich zu Bhakti, der liebenden Hingabe an Gott, als schwieriger bezeichnet. Die Bhagavadgita preist besonders den Weg der Tat Karma Yoga, doch auch ein Mensch, der dem Weg des Jnana Yoga folgt, kann letztlich zur ewigen Glückseligkeit (Ananda) gelangen, sagt Krishna zu Arjuna.

Die anderen Yogawege sind: Bhakti Yoga (Yoga der Hingabe) und Karma Yoga (Erlösung durch Taten ohne Anhaftung). Als vierter Weg wird oft noch Raja Yoga („Königsyoga“, Meditation und Versenkung) hinzugefügt. Unter dem Gesichtspunkt des Jnana Yoga werden diese anderen Wege als vorbereitend angesehen, da der Geist für die höchste Erkenntnis erst entsprechend gereinigt werden muss. Dadurch unterscheidet sich auch der klassische Advaita vom Neoadvaita der aktuellen Satsangbewegung. Dagegen gelten den Anhängern des Bhakti Weges alle anderen Wege als Vorbereitung und Karmayogis sehen ihren Weg als den sinnvollsten an.

     

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Bhakti Yoga

(Sanskrit, m., भक्ति योग, bhakti yoga) ist im Hinduismus die Bezeichnung für den Weg der liebenden Hingabe an Gott, der meist als persönlich angesehen wird. Als notwendiges, charakteristisches Element des religiösen Glaubens an einen persönlichen Gott ist die Bhakti in allen religiösen Traditionen zu finden; im Hinduismus hat die Bhakti eine eigene, sehr detaillierte Ausformung erfahren. Bhakti ist in allen Hauptrichtungen des Hinduismus, dem Vishnuismus, Shivaismus und Shaktismus zu finden. Dabei nutzt Bhakti Gefühle als einen Weg Gott nahe zu kommen oder sich mit ihm zu vereinen. Meist setzt das eine dualistische Gottesvorstellung voraus, da man annimmt dass Liebe ein Objekt benötige. Doch spielt Bhakti auch in der nichtdualistischen Advaita Philosophie eine Rolle, z. Bsp. in der Hingabe an einen Guru, der als Verkörperung Gottes angesehen wird, oder in der Form eines Ishta Devas, d.h. einer persönlichen Gottheit, die das Absolute zum Zwecke der Anbetung verkörpert .

Die Verehrung kann viele Formen annehmen, manche meinen so viele Formen wie es Menschen gibt.[1] Einige traditionelle Ausdrucksformen des Bhakti sind:

  • Japa - Die Wiederholung göttlicher Namen oder Mantren in Gedanken oder in Worten.
  • Kirtana - Rythmischer Wechselgesang ebensolcher göttlicher Namen und Mantras. Dabei singt ein Sänger oder auch der Guru das Mantra vor, und die Gemeinde singt nach. Das Ganze wiederholt sich mit variierender Melodie und Worten.
  • Bhajans - Das gemeinsame Singen religiöser Lieder. Der Inhalt solcher Lieder sind meist Gedichte von Heiligen wie Mirabhai, Kabir, Tukaram und vielen anderen.
  • Pujas - religiöse Zeremonie bei der vor einer Statue oder einem Bildniss der Gottheit (oder auch eines Gurus) symbolisch Artikel wie Früchte, Reis, Licht und eine Kokosnuss dargebracht werden. Die Puja besteht normalerweise aus einer Anrufung (Avahanam) der Gottheit, sowie Lobpreisungen. Sie kann aus einem Gemisch von Sanskrit und der lokalen Sprache bestehen.
  • Seva - Dienst an der Gottheit. Jede Tätigkeit kann als Dienst an der Gottheit verstanden werden und ihr innerlich dargebracht werden. Dabei sollte man gemäß der Bhagavad Gita nicht an den Früchten der Handlung haften und sich selbst nicht als den Handelnden sehen. Diese Einstellung wird auch Karma Yoga genannt.

 

            

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Kundalini Yoga

Die Kundalini-Kraft

Der Begriff Kundalini soll eine Art Kraft oder Energie bezeichnen, die jedem Menschen innewohnt. Hierbei ist der Begriff Kraft oder Energie nur im übertragenen Sinne und nicht nach der bisherigen Definition der Physik zu verstehen. Kundalini wirkt also im Menschen, sie befindet sich jedoch meistens in einem "schlafenden", also inaktiven Zustand. Bei den meisten Menschen kommt es während ihres gesamten Lebens nicht dazu, dass dieser inaktive Zustand überwunden wird.

Nach östlicher Mystik liegt die Kundalini gemäß einer aus dem Tantra kommenden bildhaften Vorstellung wie eine Schlange zusammengerollt am unteren Ende der menschlichen Wirbelsäule. Sie strebt danach, die Wirbelsäule empor zu steigen; dabei passiert sie die 7 als Chakren bezeichneten Haupt-Energiezentren des Körpers. Die Symbolik stellt diesen Vorgang als Schlange dar, die sich um die Wirbelsäule windet und sich langsam über den Scheitel des menschlichen Kopfes erhebt (ähnlich der Symbolik des Äskulapstabes).

 

Der Kundalini-Prozess beim Menschen

Die Kundalini-Kraft kann beim Menschen durch Yoga, Reiki und andere derartige Praktiken, durch Meditation, durch eine gewisse Lebensweise, durch Ernährung, Schulung oder auch durch Einnehmen synthetischer oder pflanzlicher psychoaktiver Substanzen (Medikamente, Drogen) aktiviert und beeinflusst werden. Andererseits kann das Kundalini-Syndrom sich auch spontan zeigen, also ohne dass die Person je meditiert oder Yoga praktiziert hätte oder dass ein anderer der vorgenannten begünstigenden Faktoren vorliegt. Vor allem in solchen Fällen sind die betroffenen Personen häufig völlig im unklaren darüber, was mit ihnen geschieht, da im westlichen Kulturkreis das Wissen über diesen Themenkomplex wenig verbreitet ist.

Einmal aktiviert, hat der Kundalini-Prozess eine gewisse Eigendynamik, ja er ist in der Regel zunächst einmal nicht mehr so einfach umzukehren oder zu stoppen. Bei diesem Prozess werden verschiedene Stufen beschrieben. In der Regel hat der Prozess intensive Auswirkungen auf die Befindlichkeit, die Psyche und die gesamten Lebensumstände der betreffenden Person.

Die verschiedensten Yoga-Richtungen befassen sich mit dem Thema Kundalini. Die meisten Yoga-Ananas dienen allerdings nicht direkt der Erweckung der Kundalini. Manche Yoga-Schulen beschäftigen sich ausdrücklich mit der Kundalini und wollen mit ihren Übungen den Körper auf den eventuell sehr anstrengenden Prozess der emporsteigenden Kundalini vorbereiten. Es wird gelehrt, dass nur wenn die Chakren gereinigt und "durchlässig" seien, die Kundalini aufsteigen könne. Mit Erreichen des obersten Chakras (Kronen- oder Scheitelchakra), wo sich nach tantrischer Auffassung das "reine Bewusstsein" (bzw. Shiva) befindet, begänne der eigentliche Kundaliniprozess, der als ein Wechsel von aufsteigendem, warmen und absteigendem, kühlen Energiefluss beschrieben wird. Diese Stufe wird selten erreicht.

         

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Raja Yoga

Der Raja Yoga (Sanskrit, m., राजयोग, rājayoga, [ɽɑːʤʌjoːgʌ], raja = König) ist einer der vier klassischen Wege des Yoga. Der Begriff Raja bedeutet soviel wie König oder Herrscher. Im Raja Yoga wird die Herrschaft über den Geist angestrebt. Raja Yoga ist auch unter den Bezeichnungen Kriya Yoga oder Ashtanga Yoga (Sanskrit, m., अष्टाङग योग, aṣṭāga yoga) bekannt. Wörtlich übersetzt heißt ashtanga „acht-gliedrig“.

Dieses System aus Philosophie und praktischen Übungen ist eng mit der Samkhya-Philosophie verbunden und wurde nicht (wie oft geschrieben wird) von Patanjali selbst entwickelt. Patanjali hat im Yoga-Sutra das alte Wissen, das zuvor nur mündlich von Lehrer zu Schüler übermittelt wurde, schriftlich dargelegt. Die Yoga-Sutren (Sutra = Leitfaden) geben in kurzen Aphorismen die Essenz des Yoga wieder und stammen aus der Zeit zwischen ca. 200 v.Chr – 200 n.Chr. Sie gehören bis heute zu den wichtigsten Yogaschriften und sind noch immer der maßgebliche „Leitfaden“. Patanjali selbst sprach in seinen Sutren nie von verschiedenen Yogawegen, sondern immer nur vom „achtgliedrigen“ Yoga (Ashtanga Yoga). Der Begriff Raja Yoga entstammt der Hatha Yoga Pradipika, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort wurde er verwendet, um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlichen Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Hatha Yoga wird hier als Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga bezeichnet.

Im Jahr 1893 hielt Vivekananda, der berühmteste Schüler von Ramakrishna, eine Rede beim Weltparlament der Religionen in Chicago und brachte damit die Yoga-Philosophie auch in die westliche Welt.

Der Raja Yoga besteht aus acht „Stufen“ oder acht „Gliedern“, die aufeinander aufbauen:

1.   Yama - die 5 Enthaltungen

2.   Niyama - die 5 Verhaltensregeln

3.   Asana - Zusammenführung von Körper und Geist durch Yoga-Asanas, die rechte Meditationshaltung

4.   Pranayama - Zusammenführung von Körper und Geist durch die Atmung

5.   Pratyahara - das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt

6.   Dharana - Konzentration auf nur einen Gedanken

7.   Dhyana - Meditation

8.   Samadhi - die völlige Ruhe des Geistes

Die anderen drei Yogawege sind: Jnana Yoga (Weg der Erkenntnis), Karma Yoga, (Erlösung durch gute Taten) und Bhakti Yoga, (Yoga der Hingabe).

       

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Bikram-Yoga

Diese Hatha Yoga Methode wurde von dem indischen Yogameister Bikram Choudhury, Schüler von Bishnu Gosh (Bruder des Paramahansa Yogananda, Autobiography of a Yogi) entwickelt.

Bikram Yoga ist eine markengeschützte Serie von 26 Yoga Übungen, die in einem heißen Raum praktiziert werden (bei ca. 35-40 Grad Celsius). Allgemein ist Bikram Yoga als Hot Yoga bekannt und ist mit mittlerweile über 600 Schulen weltweit eine recht populäre Yogaart.

Die Yoga-Positionen sind fordernd, angeblich aber von Studenten jeden Fitness-Levels durchführbar. Es werden 26 Körperübungen (Asanas) und 2 Atemübungen (Pranayama) praktiziert. Der heiße Raum macht eine sichere Muskel- und Sehnenarbeit möglich und durch das Schwitzen entgiftet der Körper. Laut Anbieter ist es ein für Jedermann zugängliches Yoga

 

 

 

 

       

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